Insubordination

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Eine literarische Anstiftung zur Verweigerung

Wieder einmal ist es passiert: die Deutschen haben einen Weltkrieg angezettelt. Auch Emil Schweig, einem anarchischen Nonkonformisten, der in Berlin ein müßiges, zufriedenes Leben führt und aus tiefster Überzeugung jede Autorität in Frage stellt, ist es nun bestimmt, mit der Waffe in der Hand seine Heimatliebe unter Beweis zu stellen. Der ausgemusterte Prototyp eines autonomen Kampfroboters namens Platon Bender wird dabei zu seinem treuen Begleiter. Bender nennt Schweig seinen „Vati“ und lernt von ihm kritisches Denken. Bald ist es des “Sohnes” sehnlichster Wunsch, ein echter Mensch zu werden.

Aber der Pfad zur Menschwerdung ist steinig. Immer wieder kollidiert Benders logisch nachvollziehbares Handeln mit menschlicher Unvernunft und richtet großes Chaos an. Mit den daraus resultierenden Anschuldigungen wegen Feindpropaganda oder Sabotage sieht sich allein sein “Vati” konfrontiert. Doch Bender ist ein beharrlicher Schüler. Er lernt zu lachen und zu weinen und erkämpft sich mit einem leidenschaftlichen Plädoyer das Recht, ein Homunkulus, ein Menschlein zu sein – mit Steuer-ID, Personalausweis und dem militärischen Rang eines Obergefreiten.

Schweig, der anarchische Nonkonformist und Bender, der empathische Homo ex machina, werden zu echten Freunden, zu Komplizen im Geiste. Mit subversivem Gehorsam und Unschuldsmiene halten sie der verhassten Fratze des Krieges, den irrlichternden Einpeitschern, den Schlächtern und Profiteuren in Nadelstreifen, den Spiegel vor. Nie wird durch Schweigs oder Benders Hand ein Mensch sterben, nie geben sie ihre Menschlichkeit auf. Wenn sie im allgegenwärtigen Grauen den Bedrängten und Notleidenden helfen, retten sie jeden Tag aufs Neue ein kleines bisschen die Welt, um sie doch zu verlieren – ihre Hoffnung jedoch nicht.

Für sie hat das Ende der Welt keine Zeit. Es ist ein abertausende Kilometer weiter Raum, hinter dem das Neue, Unbekannte liegt, zu dem sie nun mit einem alten Wehrmachtsflugzeug, einem U-Boot, auf dem Fahrrad, mit einer Luxusyacht und schließlich auf einem alten Fischkutter auf die andere Seite der Erde aufbrechen.