»Wer aber das Lysergsäurediethylamid…
…in den Trinkwassertank gemacht hatte, ließ sich später nie klären. Sowieso stand für Hauptmann Sagner fest, dass nur Schweig die Verantwortung dafür tragen konnte. Während eines stundenlangen Verhörs schimpfte er ihn einen verschissenen Wurm, einen Lumpen, für den noch der Strick zu schade sei und ließ sich, von Schweigs Gleichmut immer mehr in Rage gebracht, sogar dazu hinreißen, ihm einen Backenzahn auszuschlagen. Schweig zog erst dessen Trümmer aus dem Mund, leckte sich dann das Blut von den Lippen, um schließlich ganz ohne jeden Groll seinen nachvollziehbaren Standpunkt zu verteidigen:
„Herr Hauptmann, wenn Sie erlauben! Wir hätten ganz sicher keinen Molly geschmissen, hätten wir gewusst, dass da schon LSD im Wasser war! Ein Candyflip, so heißt das in der Fachsprache, kann nämlich böse enden. Ich kenne von früher einen gewissen Bernd Mayer oder Meier aus Luckenwalde, dem in so einer Situation mal eine Axt in die Hand geraten ist und mit der er dann großes Leid angerichtet hat. Aber wir, Herr Hauptmann, haben vielen Menschen das Leben gerettet!“
Das alles aber sollte ihm nicht viel nützen.«
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